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Ein Ingenieur und Tipp Kick

Was macht ein Ingenieur als Strategieberater bei The Boston Consulting Group (BCG)? Christian schildert am Beispiel dreier Arbeitstage, wie sein Team die Verbesserung des Produktionsprozesses in einem Stahlunternehmen unterstützt hat.

Tag 1: Netzwerkaufbau – Menschen und Maschinen

Wir treffen uns zum ersten Mal beim Kunden. "Mit vier Kollegen müsste die Aufgabe gut zu schaffen sein", denke ich. Ich kenne den anderen BCG-Projektleiter bereits von früheren Projekten. Wir sind beide Ingenieure. Er hat sich auf Luftfahrt spezialisiert und ich auf Maschinenbau. Außerdem mit dabei: ein Betriebswirt mit langjähriger Erfahrung in Produktionsoptimierung und ein Bauingenieur, der gerade sein erstes Projekt in der Energiewirtschaft abgeschlossen hat. Unser Auftrag: Produktionsoptimierung in der Roheisen- und Rohstahlherstellung. Wir gleichen unsere Vorkenntnisse ab: Das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm beherrschen wir bestens, Hochofen- und Konverterprozess sind aus Theorie und Praxis bekannt. Unser junger Kollege verblüfft uns mit Detailwissen über alternative Stahlherstellungsverfahren. Im ersten Gespräch mit dem Kundenteam wird jedoch schnell klar, dass von uns keine exotischen Konzepte, sondern praktische und zügig umsetzbare Lösungen im Rahmen der bestehenden Anlagentechnik erwartet werden. Mit dem Projektleiter des Kunden sprechen wir den Zeitplan für die nächsten drei Monate durch. Er nennt uns zwanzig Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachbereichen als Ansprechpartner. Auf einmal scheint ein Vier-Mann-Team gar nicht mehr so groß zu sein … Immerhin ist unser Büro im Teamraum mittlerweile einsatzbereit. Das WLAN-Netzwerk ist aufgebaut, Drucker und Faxgeräte sind umgehend installiert: Das sollte man bei Ingenieuren ja auch erwarten dürfen. Nachdem wir uns dann auch mit der vom Kunden bereitgestellten Telefonanlage vertraut gemacht haben, kann die Arbeit beginnen.

Tag 20: Wissen, wie der Hase läuft – aber was ist eine Ofensau?

Hinter uns liegen heiße Tage. Dabei hat uns weniger die Besichtigung der Hochöfen Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Hitzig waren vielmehr die Diskussionen darüber, wie die bestehenden Produktionsprozesse weiter verbessert werden können. Bereits mehrere Jahrzehnte setzt sich das Unternehmen damit auseinander, und wir standen nun vor der Herausforderung, weiteres nachhaltiges Optimierungspotenzial für die Produktion zu finden. Wir treffen uns wöchentlich mit dem Kundenteam, um Zwischenergebnisse zu präsentieren und das weitere Vorgehen abzustimmen. Heute, beim dritten "Jour fixe", ist eine entscheidende Zwischenetappe erreicht: Unsere Analysen weisen in die richtige Richtung. Und was noch wichtiger ist: Einige der anfangs eher skeptischen Mitglieder des Kundenteams beginnen sich jetzt brennend für das Projekt zu interessieren. Gemeinsam diskutieren wir, wie die Anlagen konstanter auszulasten und effizienter zu betreiben wären und wie die bestehenden mathematischen Prozessmodelle erweitert werden können. An der Abbildung der zugehörigen Kosten entzündet sich eine intensive Debatte. Die Suche nach dem "Kosteneutektikum" gestaltet sich doch komplexer als gedacht. Wie die Grenzkosten der Rohstahlproduktion exakt zu ermitteln sind, darüber besteht erst nach zwei Stunden Einigkeit. Und dann ist da noch die "Ofensau". Ein Raunen geht durch die Reihen des Teams. Später erfahren wir: Diese flüchtige Verbindung im Hochofenprozess gilt es auf jeden Fall zu vermeiden!

Der letzte Tag: Gemeinsam am Ziel

Geschafft! Nach unzähligen Datenanalysen, Diskussionen über Verkokungsprozesse, Eisenerzsorten und Rohstoffbeschaffungsstrategien, Interviews mit Experten in Europa, Asien und den USA, nach Phasen der Euphorie, aber mitunter auch der Frustration haben wir tatsächlich einen Weg gefunden, die Produktionskosten der Roheisen- und Rohstahlherstellung deutlich zu senken. Die Ergebnisse präsentiert das Kundenteam gemeinsam mit uns dem begeisterten Vorstand – alles selbst Ingenieure und ausgewiesene Experten der Materie. Mit unserem Kundenteam sind wir durch die intensive gemeinsame Arbeit eng zusammengewachsen. Wir alle sind stolz auf das erreichte Ergebnis – und beide Seiten haben viel gelernt. Zum Abschluss bekommt das Team ein Tipp-Kick-Set mit Firmenlogo geschenkt: eine Erinnerung nicht nur an die Arbeit, sondern auch an das gemeinsame Fiebern bei der Europameisterschaft. Das Set besteht natürlich vollständig aus Stahl!

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