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Ein ganz normales Jahr

Was erwartet Sie bei BCG?

Bei BCG gibt es keinen typischen Tag und auch kein typisches Jahr. Aber es wartet eine Vielfalt an neuen Erfahrungen und abwechslungsreichen Aufgaben auf Sie.
Mai

Letzer Projektmonat

Insgesamt haben wir fünf Monate mit der Konzipierung eines wertorientierten Steuerungssystems bei einem großen deutschen Industriekonglomerat verbracht. Andreas und Christoph bearbeiteten die Steuerungsprozesse. Ich entwickelte die wertorientierten Kennzahlen. Rainer, der Projektleiter, kümmerte sich um die Gesamtkoordination und die Abstimmung mit dem Kunden. Das waren fünf Monate voll mit Datenbeschaffung, Erstellung eines Kennzahlenmodells, unzähligen Workshops und noch mehr Abstimmungsgesprächen. Da Value-Based Management (VBM) zu verbesserter Transparenz von echter Wertschaffung führt, gibt es immer auch Bereiche, die wesentlich schlechter aussehen als andere. Diese Bereiche sind verständlicherweise dem Ganzen gegenüber eher negativ eingestellt. Es gilt also, mit allen Beteiligten zusammen – das heißt Holding, Tochtergesellschaften und Business-Units – ein konzeptionell ausgereiftes System mit den richtigen Steuerungsimpulsen zu entwickeln.

Abschlusspräsentation

Die Abschlusspräsentation läuft hervorragend. Der Finanzvorstand ist so zufrieden mit unserer Arbeit, dass wir auch die Implementierung begleiten sollen. Ich rufe alle meine Kundenteammitglieder an, um mich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Einer, mit dem ich sehr oft sehr kritische Diskussionen hatte, sagt: "Wir waren ja inhaltlich wirklich nicht immer einer Meinung. Aber ich muss sagen, dass die Zusammenarbeit mit Ihnen wirklich Spaß gemacht hat. Und das Ergebnis ist echt gut." Das geht doch runter wie Öl?

Von Rainer habe ich viel gelernt in diesem Projekt, insbesondere, dass Dinge möglichst einfach dargestellt werden müssen – sonst werden sie nicht akzeptiert. Zum Abschluss schenken wir Rainer ein auf einen Autoreifen montiertes Michelin-Männchen, weil wir immer "noch mehr Gummi geben" mussten. Die anderen beiden geben weiter Gummi, ich gehe für ein Jahr nach Hongkong.

Das Projekt war eine sehr gute Mischung aus konzeptionell anspruchsvollen Fragestellungen, viel Kommunikation mit den Kundenmitarbeitern und einem straffen Zeitmanagement.

Juni

Transfer nach Hongkong

Irgendwann im März hatte ich eine Voice-Mail von Daniel, dem Deutschland-Leiter der Praxisgruppe Corporate Development, bekommen, in der er mich fragte, ob ich mir "vorstellen könnte, für ein Jahr nach Hongkong zu gehen, um dort mit Tom zu arbeiten". Tom ist Senior Vice President und der Asia-Pacific-Chef von BCG und war mal weltweiter Leiter der Praxisgruppe Corporate Development. Voice-Mail zurück: "Ja, das könnte ich mir vorstellen." Innerhalb von drei Wochen war dann alles entschieden. Tom suchte jemanden, der ihn bei Projekten im Bereich VBM und anderen Corporate-Development-Themen unterstützen könnte. Da ich nun schon mein drittes VBM-Projekt gemacht hatte, schien ich wohl geeignet zu sein. Ein Jahr Asien, Standort Hongkong – was wohl auf mich zukommt?

BCG Hongkong

Das BCG-Office ist in einer der Haupteinkaufsgegenden im 34. Stock eines Gebäudes gelegen; eine herrliche Aussicht auf den Hafen und Kowloon. Die Office-Tour – inklusive neuer Computer, Research-Service, Accounting und HR – wird in einem halben Tag erledigt. Zusammen mit einem Makler sehe ich innerhalb von vier Tagen 25 Apartments an. Ich wähle ein sehr schön eingerichtetes mit gutem Blick. Hongkong ist schnell, Hongkong ist effizient.

Value-Management-Meeting in Napa Valley

Ich fliege nach San Francisco, um in Napa Valley an einem BCG-internen Meeting zum Thema Value-Management teilzunehmen. Dort sind alle weltweiten Experten von BCG aus allen Senioritätsstufen vertreten. Neben den bekannten Gesichtern aus Deutschland lerne ich viele neue Kollegen kennen. Das macht die zukünftige Kommunikation leichter und fördert den globalen Wissensaustausch. Noch in Napa Valley erreicht mich die Voice-Mail von Immo, einem Partner aus dem Shanghai Office. Die Nachricht: Mein nächster Fall beginnt am kommenden Montag in Shanghai.

Nach spannenden und lehrreichen Jahren bei BCG München nun ein ganz neuer Abschnitt, der mindestens genauso spannend und lehrreich zu werden scheint.

Juli

Neuer Fall im Konsumgüterbereich

Im neuen Fall für einen großen internationalen Konsumgüterhersteller in Shanghai sollen wir Strategien zur Bearbeitung des chinesischen Marktes für Waschmaschinen und Mikrowellengeräte erarbeiten. Außerdem Kooperationsoptionen in China prüfen. Wir sind sechs Kollegen aus fünf Nationen (China, Taiwan, Indonesien, Großbritannien, Deutschland). Ich arbeite auf zwei Modulen: Strategie für Mikrowellengeräte und finanzielle Bewertung potenzieller Partner. Mein erstes Projekt im Bereich Konsumgüter – ich hoffe, alles läuft gut.

Mikrowellengeräte in China

Jeff, der Projektleiter, hat schon zahlreiche Projekte im Bereich Konsumgüter gemacht. Er selbst war bei Procter & Gamble, bevor er zu BCG wechselte. Da die Zeit drängt, besprechen wir in täglichen Case-Team-Meetings unsere Ergebnisse und die weiteren notwendigen Analysen. Damit wir fundierte Strategieempfehlungen geben können, müssen wir viele Aspekte analysieren: Marktanteile, Marktwachstum, Segmente, Benutzergewohnheiten, Vertriebsnetz, Markenimage, Marketing und vieles mehr. Selbstverständlich alles im Vergleich zum Wettbewerber. Mir gefällt bei BCG besonders gut, dass die Projekte immer sehr faktenorientiert angegangen werden. Kein Herumgeplaudere, sondern "show me the numbers". Zuerst dachte ich, es sei schwer, dem Kunden etwas Neues über sein Business zu erzählen, aber dadurch, dass wir im Team so viele Puzzleteile zusammenfügen, schaffen wir ein ganz neues Bild. Leider ist es nicht so positiv, wie der Kunde es gesehen hat. Zum Glück können wir aber auch konkrete Ansätze aufzeigen, was der Kunde tun muss, um besser zu werden.

Ich wusste weder etwas über den chinesischen Markt noch über Mikrowellengeräte. Mich fasziniert, dass man manchmal gerade wegen der externen Sicht einen erheblichen Wert für den Kunden schaffen kann.   

August

Bewertung chinesischer Partner

Der Kunde möchte wissen, was es ungefähr kosten würde, ein bestimmtes Unternehmen zu übernehmen oder einen Anteil daran zu erwerben. Das Unternehmen ist zwar an zwei Börsen notiert, jedoch zeigt sich, dass die Notierungen in Hongkong und in China völlig unterschiedliche Bewertungen ergeben. Ich versuche, den Wert über verschiedene Bewertungsmethoden zu ermitteln. Hier kommt mir mein Know-how im Bereich Corporate Development zugute. Aber ich rufe auch ein paar Leute an, die sich besonders gut mit Bewertungen auskennen. Datentechnisch werde ich von einem Corporate-Finance-Researcher in Deutschland betreut. Durch den Zeitunterschied bekomme ich die Daten immer über Nacht; das klappt hervorragend. Auch wenn es keine "Fair-Value"-Bewertung im juristischen Sinn ist, können wir dem Klienten eine Bandbreite aufzeigen. Diese unterscheidet sich völlig von seinen bisherigen Annahmen und ändert die strategischen Optionen beträchtlich. Wie gut, dass ich alle Analysen und Berechnungen vor der Präsentation mit dem Leiter von Mergers & Acquisitions des Kunden abgeklärt habe.

Urlaub

Nach Abschluss des Projekts fahre ich zum Tauchen auf die Insel Pulau Sipadan in Malaysia. Kaum ist mein Kopf beim ersten Tauchgang unter Wasser, vergesse ich alle Spreadsheets, Slides, Analysen und Deadlines – das tut gut. Eine volle Woche lang habe ich nur Augen für Schildkröten, Korallen, Barrakudas, Haie und anderes Meeresgetier.

Mein erster Konsumgüterfall ist besser gelaufen als gedacht. Und ziemlich Spaß hat's auch gemacht. Ganz anders als VBM-Fälle, aber dafür stieg die Lernkurve wieder ziemlich an.

September

Zurück in Hongkong, komme ich mit Tom, dem BCG-Asia-Pacific-Chef, überein, dass ich in den nächsten Wochen an mehreren kleineren Projekten im Bereich Corporate Development arbeiten werde.

VBM in Tokio

Ich fliege nach Tokio, um dort zwei Case-Teams im Bereich Value-Based Management zu betreuen. In Japan fängt dieser Bereich gerade erst an, sich zu entwickeln. Einige japanische Großkonglomerate ("keiretsu") entdecken nun auch die Notwendigkeit, sich im internationalen Umfeld um den Shareholder-Value zu kümmern. In mehreren Besprechungen diskutiere ich mit den Kollegen technische Feinheiten, Berechnungsmodalitäten, Darstellungsmöglichkeiten etc. Ich merke zum ersten Mal, dass ich in diesem Bereich in meiner Zeit in Deutschland extrem viel gelernt habe und hier beim Wissenstransfer echten Wert schaffe.

Back in Hongkong

Ansonsten arbeite ich für Tom unter anderem an einem Artikel über den Internet-Bubble und schreibe einen ersten Entwurf für die Asian-Pacific Edition von "Synergy Trap", einem Buch von Mark Sirower über die Schwierigkeit, Synergien nach einer Akquisition oder einem Merger zu realisieren. Mark ist kürzlich zu BCG gekommen und ich hatte ihn in Napa Valley kennengelernt.

Spiegel-Abo

Vom Spiegel-Verlag bekomme ich per Luftpost die aktuelle Ausgabe zugeschickt. Wie kommt das denn? Da steckt bestimmt Christian dahinter, ein Kollege von meinem vorletzten deutschen Fall. Mit ihm hatte ich mich über die Schwierigkeit unterhalten, in Hongkong aktuelle deutsche Magazine und Zeitungen zu bekommen. Und tatsächlich: Christian und die Kollegen von meinen letzten zwei Fällen haben zusammengelegt und mir ein Spiegel-Abo geschenkt. Das ist aber nett!

Dadurch, dass ich an so vielen unterschiedlichen Dingen gearbeitet habe, ist dieser Monat ziemlich schnell vergangen. Es gefällt mir immer besser in Hongkong.

Oktober

Wieder in Tokio

Shigetake-san, Manager im Tokioter Office, hat mich gebeten, wieder nach Tokio zu kommen. Der Leiter der strategischen Planung eines japanischen Kunden möchte mit einem Experten technische Details von Value-Based Management diskutieren. Ich bitte um eine Liste mit den Fragen. Anhand dieser Fragen bereite ich eine Art Training mit vielen Beispielen und einfachen Rechnungen vor. Fast einen ganzen Tag diskutiere ich mit dem Kunden technische Einzelheiten wie Lease Capitalization, Aged Plant Discount, Sustainable Growth Rates, Inflation Adjustment etc. Nach dem Meeting erzählt man mir, dass der Kunde sehr zufrieden war und alle seine Fragen beantwortet werden konnten. Vorher war ich doch ziemlich aufgeregt, aber es ist ja anscheinend alles gut gelaufen.

Für Shigetake-san arbeite ich auch an der japanischen Top-Performer-Studie. Es sollen die Unternehmen analysiert und dargestellt werden, die in Japan am meisten Wert geschaffen haben. Darüber hinaus bereite ich ein VBM-Seminar für japanische CEOs und CFOs inhaltlich vor, das Tom demnächst halten wird. Es macht Spaß, den VBM-Bereich in Japan mitzuentwickeln.

Corporate-Development-Meeting in Singapur

Alle Corporate-Development-Experten aus Asia-Pacific kommen in Singapur zusammen, um die Strategien für die verschiedenen Länder zu diskutieren. Während Amerika, Europa und auch Australien schon sehr weit in der Kundenentwicklung bezüglich VBM sind, ist Asien noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Aber das Beispiel aus Japan zeigt, dass wir in diesem Bereich sehr gut aufholen können. Ich setze mich stark für den Fokus auf einfache VBM-Ansätze ein. Die komplizierten Wertmanagement-Modelle aus USA würden unsere Kunden nur abschrecken und ihnen nicht helfen.

Hiking in Hongkong

Ich lerne Hongkong immer besser kennen. Hongkong bietet nicht nur Hochhäuser, Leuchtreklame, Shopping, Nightlife, Lärm und Dreck, sondern hat auch wunderschöne Landschaften. Auf langen Hiking-Touren entdecke ich das unbekannte Gesicht von Hongkong und seiner Umgebung: Kilometerweite Wanderwege in herrlich grüner Landschaft mit einsamen weißen Stränden – was für ein Kontrast!

Ich habe wirklich das Gefühl, hier in Asien etwas mitzugestalten. Ich bin nicht nur eine Nummer, sondern aktiver Bestandteil von BCG.

November

VBM in Seoul

In Seoul läuft auch ein VBM-Fall. Ich fliege hin, um dem dortigen Case-Team bei einigen Problemen und Fragen zu helfen. Ich finde manche ihrer Analysen gut, aber viel zu kompliziert. So was kann der Kunde nicht verstehen. Ein paar Vorschläge von mir, wie man es einfacher darstellen kann (danke, Rainer!), werden sehr positiv aufgenommen. Nicht nur das tut gut, sondern auch das koreanische Barbecue.

Corporate-Development-Meeting in San Francisco

Ich komme ja ganz schön rum in der Weltgeschichte. Schon wieder ein Meeting in San Francisco. Viele spannende neue Themen, an denen weltweit gearbeitet wird. Der Corporate-Development-Bereich ist wirklich ausgesprochen interessant.

Ein Headhunter aus New York ruft mich an und fragt, ob ich Interesse an einer Position als European Head of Business Development für eine Geschäftseinheit eines großen internationalen Konzerns hätte. Eigentlich nicht! BCG und Asien sind einfach noch zu spannend.

Associate-Interviews

Im Hongkong Office darf ich zum ersten Mal Kandidaten für Asscociate-Positionen interviewen. Mein Mikrowellengeräte-Fall bringt einige ganz schön ins Schwitzen, aber andere lösen den Fall geradezu mustergültig (zwei meiner Favoriten werden tatsächlich später eingestellt).

Business-Portfolio

In einem Short Assignment untersuche ich die Wertschaffung verschiedener Business-Units eines asiatischen Konzerns und vergleiche diese mit den Wettbewerbern.

Tokio, Seoul, Singapur, San Francisco – ich komme mehr rum als gedacht. Es macht Spaß und ist superinteressant. Trotzdem würde ich mich auch wieder über einen etwas längerfristigen Fall freuen.

Dezember

Neuer Fall – wieder in Shanghai

Wieder Shanghai, wieder Konsumgüter, wieder ein großer internationaler Hersteller. Aber dieses Mal: "Fast-Moving Consumer Goods", nämlich Zahnbürsten. Cool, Strategie für Zahnbürsten im chinesischen Markt. Es gibt vier Module: Ich bearbeite Economics und Competitive Dynamics. Linus und Dianna, Associates aus dem Shanghai Office, kümmern sich um Market and Consumer bzw. Sales and Distribution. Meine Aufgabe wird vor allem sein, die Kostenstruktur unseres Kunden zu verstehen, diese mit dem Hauptwettbewerber zu vergleichen und strategische Ansätze aufzuzeigen. Im ersten Projektmonat müssen wir erst einmal Daten beschaffen und zahlreiche Interviews mit Wettbewerbern, Zulieferern und dem Handel durchführen.

BCG-Weihnachtsfest

BCG Hongkong und Shanghai feiern zusammen Weihnachten in Shanghai. Ein tolles Fest im Garden Hotel. Im Vergleich zum großen Münchner Office ein richtiges Familienfest. Danach fahre ich mit Kollegen für ein paar Tage nach Suzhou und Hangzhou. Kalt, aber sehr schön, und das leckere Essen – ich glaube, ich habe zugenommen. Silvester in Hongkong mit Blick um Mitternacht vom Peak auf die Skyline. Das Jahr 2000 wird bestimmt spannend ...

Wie so oft am Anfang eines neuen Falls frage ich mich, wie wir dem Kunden tatsächlich Insights bieten können, um einen positiven Einfluss auf sein Geschäft zu haben.

Januar

Die Kosten einer Zahnbürste

Den ganzen Januar verbringe ich damit, ein Kostenmodell zu konstruieren, um die Kostenstrukturen unseres Kunden und seiner Wettbewerber abzubilden. Zusammen mit der Produktion und der Produktentwicklung nehmen wir die Kunden-Zahnbürsten und die des Wettbewerbers tatsächlich physisch auseinander, wiegen, messen, analysieren. Zusammen mit den Informationen des Einkaufs und unseren Erkenntnissen aus den Wettbewerber- und Zuliefererinterviews gelingt es uns, auf den Cent beziehungsweise auf den Yuan genau alle Kosten zu berechnen. Dazu muss ich nicht nur den Produktionsablauf verstehen, sondern auch die verwendeten Rohmaterialien, die notwendigen Maschinen, Schichtpläne und so weiter. Wir haben Glück und bekommen sehr gute Informationen über Maschinenbestand, Einkaufspreise und Löhne des Wettbewerbers. Es gelingt mir, die Kostenstrukturen auf Gesamtunternehmens- und Produktbasis zu simulieren. Die Erkenntnisse daraus sind aufschlussreich und zeigen klar die notwendigen Schritte und Prioritäten, um den erheblichen Produktionskostenvorteil des Wettbewerbers auszugleichen. Bei der Zwischenpräsentation stelle ich die Ergebnisse vor; wir haben eine äußerst interessante Diskussion. Daraufhin wird in Auftrag gegeben, unsere Ansätze schnellstmöglich umzusetzen. Und ich dachte, wir können keine Insights bieten.

Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich im Supermarkt vor den Zahnbürsten stehen bleibe und diese ausgiebig untersuche. Bis an mein Lebensende werde ich wohl beim Zähneputzen an diesen Fall denken. Aber es ist klasse, wenn man sich mit den Produkten des Kunden identifiziert. 

Februar

Zahnbürsten-Strategien

In der zweiten Projektphase geht es nun darum, aufzuzeigen, welche strategischen Optionen es gibt und – wieder herrlich quantitativ – was das unter dem Strich einbringt. Zusammen mit Christoph, dem Projektleiter, entwickeln wir ein paar gute Darstellungen, um unsere Vorschläge entsprechend zu unterlegen und die Diskussion mit dem Kunden zielgerichtet zu führen. Ich liebe unsere Produktionsstückkosten-Verkaufspreis-Marketingausgaben-Trademargin-Profit-Breakeven-Isoquanten-Linien-Darstellungen. Die Abschlusspräsentation verläuft kontrovers, aber konstruktiv und sehr erfolgreich.

Offizielles Feedbackgespräch

Mein halbjährliches Feedbackgespräch mit meinem Career Development Advisor ist sehr positiv. Die Beförderung zum Projektleiter ist mehr oder minder schon entschieden, es ist nur eine Frage des Timings – nach 24 oder 27 Monaten. Doch das ist mir fast schon egal. Am Anfang meiner Zeit bei BCG habe ich immer gesagt, dass ich zumindest Projektleiter werden möchte. Und das scheint jetzt tatsächlich zu klappen. Aber erst mal abwarten, das dauert ja noch über ein halbes Jahr. Und an den "areas for improvement" muss ich wirklich arbeiten.

Holiday in Bangkok

Über Chinese New Year fahre ich mit zwei Kollegen nach Bangkok. Mit all den goldenen Tempeln und Palästen und den Kanälen ein interessanter Kontrast zu Hongkong. Und das Essen ist so gut!

Projekt gut gelaufen, gutes Feedback, guter Urlaub, neue Freundin – mir geht es gerade rundherum gut!

März

Und gleich wieder ein neuer Fall, dieses Mal E-Commerce

Der Zahnbürsten-Fall ist noch gar nicht ganz vorbei, da arbeite ich schon auf dem nächsten Projekt:
E-Commerce-Strategie für den Cargo-Bereich einer Fluggesellschaft. Wir beschäftigen uns mit den Angeboten auf der eigenen Website und den dafür notwendigen operativen Prozessen sowie mit externen Partizipationsmöglichkeiten an elektronischen Marktplätzen. Der Kunde weiß nur, dass er im E-Commerce-Bereich eine führende Stellung einnehmen möchte, hat aber keine Vorstellung, wie er das anstellen soll. Dennoch tickt der Fall in Internet-Time und hat daher kaum klare Strukturen. Jeder tut alles; viele kurzfristige Absprachen; Ad-hoc-Analysen; zahlreiche Interviews und Meetings. E-Commerce ist anders, aber spannend!

Senior-Consultant-Training

Aus ganz Asien kommen die Senior Consultants zusammen, um innerhalb von drei Tagen ein erstes Training zur Vorbereitung auf die Projektleiterrolle zu bekommen. Trainingsinhalte sind "Creating the product", "Managing the process" und "Developing people". Mir gefallen besonders einige Übungen im Kommunikationsbereich. Als Projektleiter hat man ein viel breiteres Betätigungsfeld – es geht eben nicht nur um die Inhalte des Falles. Auf die Lernkurve freue ich mich schon.

Verlängerung Hongkong

Im Juni ist mein Jahr schon wieder herum. Die Zeit ist einerseits viel zu schnell vorbeigegangen. Andererseits freue ich mich aber auch schon darauf, nach der Rückkehr meinen Leave of Absence zu nehmen und meine Dissertation zu schreiben. Doktorvater, Thema, Gliederung stehen bereits. Literatur habe ich schon massenweise. Ich müsste nur noch anfangen. Aber das kann auch noch ein bisschen warten, oder? E-Mail an Tom, ob ich eventuell bis zum Ende des Jahres bleiben könnte. Prompte Antwort: Super, gerne, wird alles arrangiert. Eine Woche später ist es offiziell, ich kann bis Ende 2000 in Hongkong bleiben. Ich freue mich wahnsinning!

April

Corporate-Development-Meeting in Chicago

Schon wieder ein Treffen, dieses Mal die Junior-Leute in der Praxisgruppe. Wir sind alle im "House-of-Blues"-Hotel untergebracht, beim Check-in gibt es eine Blues-CD. Ziel ist neben einigen Trainings vor allem die Koordination der globalen Top-Performer-Studie. Weltweit werden die Unternehmen auf ihre Wertschaffung hin untersucht. Ich koordiniere die Aktivitäten für Asien.

Interviews in Los Angeles

Da ich sowieso schon in den USA bin, habe ich gleich ein paar Interviews mit dem Cargo Sales Office der Fluggesellschaft und einigen ihrer wichtigsten Kunden in Los Angeles arrangiert. Meine anderen Kollegen auf dem Fall machen das Gleiche in Hongkong, Tokio und Taipei. So bekommen wir viele Informationen und Eindrücke über die Kundenbedürfnisse und können diese entsprechend in der E-Commerce-Strategie berücksichtigen. Ich wundere mich selbst, wie selbstverständlich ich in den Interviews schon wieder über die Probleme und Herausforderungen in der Frachtindustrie diskutiere. Gestern Zahnbürsten, heute Luftfracht.

Die Abschlusspräsentation wirft zwar teilweise mehr Fragen als Antworten auf, da aber diese Fragen vorher noch niemand gestellt hat, ist das auch nicht schlimm. Im Gegenteil: Der Kunde beauftragt uns, noch mehr Fragen und die dazugehörigen Antworten zu finden. Das Projekt wird bis einschließlich Juli verlängert. Der Projektleiter des Kunden schreibt in einer E-Mail an uns, dass sie allein niemals so weit gekommen wären.

Das vergangene Jahr

Transfer von München nach Hongkong: Was für eine Chance!
Viel gelernt: Drei Fälle und zahlreiche Short Assignments.
Viel gesehen: Hongkong, Tokio, Shanghai, Singapur, Seoul, San Francisco, Chicago, Los Angeles.
Viel gegessen: Kantonesisch, shanghainesisch, indisch, japanisch, koreanisch, thailändisch, amerikanisch, vietnamesisch.
Viel Besuch: Neun Freunde und meine Eltern.
Und sonst? Viel gelacht, viel getanzt, viel gelaufen, wenig geschlafen – ein einfach geniales Jahr!

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