Challenge Your Mind Chart Your Own Course

Konstanze Wagner

Das Studium der Biochemie/Molekularbiologie bietet Einsichten in die verschiedensten Bereiche wissenschaftlichen Arbeitens. Doch auch mit weiteren wissenschaftlichen Praktika an der Universität und in Unternehmen sowie einem Auslandsstudium blieb mir der Blick in die Welt außerhalb des Labors verwehrt. Wie sollte ich ohne dieses Wissen entscheiden, ob mir eher die typisch wissenschaftliche Karriere (Studium, Promotion, Postdoc etc.) oder doch eher eine berufliche Laufbahn in der freien Wirtschaft zusagt?

Um diese Frage für mich zu beantworten, wagte ich mich aufs Parkett der großen Unternehmensberatungen. Ich informierte mich – trotz des Unverständnisses meiner Kommilitonen – eingehend über die Branche und bewarb mich bei den für mich attraktivsten Beratungen für ein Praktikum. Nach erfolgreichem Bewerbungsprozess konnte ich schließlich aus mehreren Angeboten auswählen. BCG überzeugte mich in zweifacher Hinsicht. Erstens durch das entschiedene Auftreten als weltweit führende Strategieberatung. Zweitens suggerierte die Selbstdarstellung eine offene Firmenkultur und ein starkes Vertrauen in die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen. Dieses Bild kann ich nach meiner Arbeit bei BCG nur bestätigen. Auch als Praktikant fühlte ich mich immer ernst genommen und respektiert.

Da ich ohnehin vor dem Abschluss meines Studiums stand, gab es für mich kein Zeitproblem, ein Praktikum in den Studienablauf zu integrieren. Ich hängte meinen dreimonatigen Ausflug in die Wirtschaftswelt einfach an das Studium an.

So stand ich schon bald darauf im Münchner BCG-Büro. Dort erfuhr ich als Erstes, dass ich nicht in München im Bereich Pharma/Healthcare arbeiten würde, sondern in Wien im Bereich Industriegüter, und zwar auf einem Pricing-Projekt. Auch wenn mein Grundlagenwissen im Bereich Industriegüter deutlich hinter dem im Bereich Pharma herhinkte, freute ich mich auf die österreichische Metropole und die Herausforderung. Wie interessant das Projekt schließlich werden würde, war für mich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht abzuschätzen.

Erstaunlicherweise wurden das bis dato ungewohnte Tragen von Kostüm und Hosenanzug, das wöchentliche Fliegen, die regelmäßigen Teammeetings, das Erstellen von Präsentationen und das engagierte Arbeiten sehr schnell Normalität. Auch die Einarbeitung in das neue Themengebiet gestaltete sich einfacher als gedacht. Grundsätzlich war es methodisch gesehen nicht anders als das Einarbeiten in jede neue Phase des Studiums (wie z. B. meine Diplomarbeit). Aber zugegeben: Noch nie hatte eine Einarbeitung so viel BWL-Wissen und Gespür für wirtschaftliche Zusammenhänge erfordert. Meine Teamkollegen waren immer bereit, mir die notwendigen Grundlagen in einer Art Crashkurs beizubringen, und mir gefielen die neuen Fragestellungen außerordentlich gut.

Im Rahmen des Projekts war es unsere Aufgabe, die Preissetzungsstrategie eines größeren Papierherstellers global zu optimieren. Dafür mussten alle firmeninternen maschinellen wie strukturellen Prozesse analysiert und die so gewonnenen Erkenntnisse an die derzeitige Marktentwicklung im Papiermarkt angepasst werden. Die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden war besonders für mich als Praktikant extrem spannend, da ich so sehr nah an Entscheidungen und Entscheidern war.

Nach wenigen Tagen bei BCG wurde das selbständige Bearbeiten der mir zugeteilten Aufgaben vorausgesetzt. Dabei konnte ich die im Studium erworbenen Fähigkeiten zum strukturierten, organisierten und eigenständigen Arbeiten sehr gut einsetzen. Auch bei den vielen anfallenden Analysen gab es kaum Probleme. Ob biologische oder wirtschaftliche Daten – das machte für mich keinen so großen Unterschied.

In meinem Praktikum bei BCG erlernte ich neben einem betriebswissenschaftlichen Grundwissen viele Dinge, die mir mein Studium nicht bieten konnte. Dazu zählen z. B. das richtige Verhalten in Meetings und Verhandlungen und das Präsentieren vor unterschiedlichem Publikum (Projektleiter, Team, Kunde …), außerdem das schnelle und effiziente Filtern von Informationen sowie deren Analyse und Synthese zu entscheidungsrelevanten Informationen und schließlich das Arbeiten in einer geschäfts- und leistungsorientierten Umgebung.

Trotz der vielen Arbeit hätte das Arbeitsklima bei BCG nicht besser sein können. Ich lernte viele andere Praktikanten wie auch BCGler sehr gut kennen und bin auch weiterhin mit vielen von ihnen in Kontakt. Außerdem fand ich die Gespräche mit verschiedenen Naturwissenschaftlern, die jetzt bei BCG arbeiten, sehr hilfreich. Wir diskutierten sehr offen über die vor mir liegende Entscheidung – erst Promotion oder gleich Berufseinstieg bei BCG?

Ich habe mich zunächst für die Promotion an der Universität entschieden – auch um mir für später alle Wege offenzuhalten. Über das BCG-Fast-Forward-Programm, das Förderprogramm für erfolgreiche Praktikanten, werde ich aber auch weiterhin eng in Kontakt mit BCG bleiben. Für die Zeit nach der Promotion halte ich eine Tätigkeit als Strategieberaterin bei BCG für durchaus möglich.

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