Henry Fords System der Automobilherstellung, vielzitiertes Paradigma des Industriezeitalters, zielte auf eine Integration "vom Erz bis zum Kunden" und fand seinen sichtbaren Ausdruck in – selbst für heutige Verhältnisse – riesigen Fabrikanlagen, wie sie Ford beispielsweise in Highland Park verwirklichte. Mit der Verfügbarkeit von Maschinen und Techniken, die zu geringen Kosten und über beliebige räumliche Entfernungen hinweg Informationen speichern, verarbeiten und übertragen können, verloren die klassischen Organisationsstrukturen des Industriezeitalters ihre Selbstverständlichkeit. In der Automobilproduktion haben heute Zuliefernetze die integrierte Produktion ersetzt. Auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, vom Design bis hin zum Vertrieb, haben sich selbständige Märkte herausgebildet. Auch in anderen Branchen lässt sich diese Auflösung beobachten. Immer mehr Hersteller sind dazu übergegangen, Teile des Wertschöpfungsprozesses an Vertragspartner zu vergeben, um ihre Investitionen auf jene Bereiche zu konzentrieren, die höhere Rentabilität aufweisen, beispielsweise Marketing und Vertrieb. Aus der vertikalen Integration des Unternehmens wird so mehr und mehr eine virtuelle Integration, die eine Vielfalt neuer markt- und unternehmensspezifischer Organisationsformen hervorbringt und die klassischen Kategorien des Industriewettbewerbs obsolet werden lässt. Die klaren Linien der Zuordnung von Märkten und Industrien verschwimmen.